STRATEGIE


STABILITÄT UND WACHSTUM

Ausgehend von der starken Position in Österreich ist die Strategie der Österreichischen Post klar definiert: Sicherung und Ausbau der Marktführerschaft in Österreich sowie Wachstum in definierten Märkten. Die Basis dafür: Laufende Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur sowie konsequente Kundenorientierung und Innovation in allen Tätigkeitsbereichen.

KLARE WIRTSCHAFTLICHE ZIELE
Die aktuellen Entwicklungen auf dem internationalen Post und Logistikmarkt stellen die Österreichische Post vor große Herausforderungen, bringen aber auch neue Chancen. Mit dem Ende 2009 gestarteten Programm Post@2011 hat die Post ihre zentralen strategischen Stoßrichtungen definiert und 2010 die daraus resultierenden strategischen Initiativen konzernübergreifend gestartet.

Dabei orientiert sie sich an drei zentralen wirtschaftlichen Zielen:

Umsatz: Mittelfristiges Wachstum von 1-2% pro Jahr
Der erwartete Volumensrückgang bei adressierten Briefen von 3-5% p.a. soll durch Nutzung der Wachstumschancen – wie etwa durch Wachstum im Paketgeschäft von über 6% p.a. – mehr als kompensiert werden. Unterstützt wird

dieses Wachstum durch neue Serviceangebote, innovative Ansätze in Kundenbetreuung und -bindung sowie eine verstärkte Differenzierung der Produkte nach dem für den Kunden optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Hohe Ertragskraft: Nachhaltige EBITDA-Marge von 10-12%
Auch in einem liberalisierten Markt will die Österreichische Post ihre hohe Ertragskraft halten. In allen operativen Abläufen gilt es deshalb, die Effizienz weiter zu steigern. Die Dienstleistungen werden noch intensiver am Kundennutzen ausgerichtet, die Logistik so schlank wie möglich gestaltet. Damit sichert die Post sowohl ihre Erträge als auch ihren Cashflow nachhaltig.

Dividende: Auch weiterhin attraktive Dividendenpolitik
Wie bereits beim Börsegang kommuniziert, ist es Ziel der Österreichischen Post, ihren Eigentümern eine interessante Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu bieten. Deshalb wird die bestehende Dividendenpolitik fortgesetzt, nach der regelmäßig 75% des Nettoergebnisses an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Es wird eine Dividende angestrebt, die sich mit dem Konzernergebnis weiterentwickelt.


„Mit vier Kernstrategien hat die Österreichische Post die Eckpunkte für ihre weitere Entwicklung klar definiert.“

1. VERTEIDIGUNG DER MARKTFÜHRERSCHAFT
IM KERNGESCHÄFT

2. WACHSTUM IN DEFINIERTEN
MÄRKTEN

3. EFFIZIENZSTEIGERUNG UND FLEXIBILISIERUNG DER KOSTENSTRUKTUR

4. KUNDENORIENTIERUNG UND INNOVATION

VIER KERNSTRATEGIEN
Ausgehend von diesen Zielen hat die Österreichische Post vier Kernstrategien definiert:

1. Verteidigung der Marktführerschaft im Kerngeschäft
In Österreich ist die Post unangefochtener Marktführer – sowohl im Briefgeschäft als auch in der Beförderung und Zustellung von Paketen, insbesondere an private Empfänger. In den Jahren 2009 und 2010 ist es gelungen, trotz Rezession und hartem Preiswettbewerb in vielen Segmenten Marktanteile zu gewinnen. Diese starke Position soll auch in der Zukunft abgesichert werden. Im Besonderen gilt dies für den mittlerweile zur Gänze liberalisierten Briefmarkt.

2. Wachstum in definierten Märkten
Ergänzend zu ihrem Kerngeschäft wird die Post bestehendes Potenzial in Wachstumssegmenten nutzen: Im Vordergrund steht hier das Paket- und Logistikgeschäft, das mit Fokus auf Kombifracht, temperaturgeführte Logistik und B2B- sowie B2C-Paket sowohl in Österreich und Deutschland als auch in Südost- Osteuropa weiter ausgebaut werden soll. Die Österreichische Post erweitert zudem laufend ihr Leistungsangebot für Briefkunden.

3. Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur Zur Festigung der klaren Kostenführerschaft in Österreich auch nach der vollständigen Liberalisierung des Briefmarktes ist eine weitere deutliche Steigerung der Effizienz in Logistik und Zustellung erforderlich. Die stetige Verbesserung der Netzwerkinfrastruktur, der weitere Umbau des Filialnetzes in Richtung unternehmerischer Modelle, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie eine gezielte Reduktion der Verwaltungskosten und des gesamten Sachaufwandes stellen wesentliche Stoßrichtungen dar.

4. Kundenorientierung und Innovation
Nur mit attraktiven Angeboten, die den konkreten Anforderungen der Kunden entsprechen, kann die Post langfristig erfolgreich sein. Deshalb setzt das Unternehmen neben Komplexitätsreduktion auf gezielte Innovation im Leistungsangebot sowie auf eine umfassende Serviceoffensive. Hierzu zählt unter anderem eine Online-Initiative, mit der der Komfort bei klassischen Postdienstleistungen erhöht wird und neue digitale Produkte im Bereich elektronischer Post angeboten werden.

DEUTLICHE FORTSCHRITTE IM JAHR 2010
Zur konkreten Umsetzung der vier Kernstrategien hat die Österreichische Post sowohl konzernweit als auch auf Divisionsebene eine Reihe von Maßnahmenpaketen geschnürt und Projekte gestartet. Bereits 2010 konnten damit wesentliche positive Ergebnisse erzielt werden. In den nächsten Jahren sollen nun die getroffenen Maßnahmen und Initiativen konsequent fortgeführt und weiterentwickelt werden.


1. MARKTFÜHRERSCHAFT

Verteidigung der Marktführerschaft im Kerngeschäft

Initiativen 2010
2010 konnte nicht nur der Mengenrückgang im Briefgeschäft gebremst, sondern auch ein Volumensanstieg bei Werbesendungen erzielt werden. Ausgebaut werden konnte auch der Marktanteil bei B2B-Paketen. Speziell für Businesskunden wurde das neue Paketprodukt „Premium light“ auf den Markt gebracht.

Projekte 2011
Die Briefdienstleistungen der Österreichischen Post werden ab 2011, dem Jahr der vollständigen Marktliberalisierung, weiter modernisiert und ausgeweitet. Dabei erfolgt aufgrund der gesetzlichen Änderungen eine Differenzierung

Differenzierung nach umsatzsteuerpflichtigen und umsatzsteuerfreien Leistungen. Um durch Differenzierung im Preis-Leistungsangebot weitere Kundenschichten zu gewinnen, soll das Tochterunternehmen feibra gezielt weiterentwickelt werden. 2010 wurde das Zustellnetz von feibra erweitert, um die Leistungen österreichweit anbieten zu können.


2. WACHSTUM

Wachstum in definierten Märkten

Initiativen 2010
Ihren Wachstumskurs im Paket- und Logistikgeschäft mit Fokus auf Kombifracht, temperaturgeführte Logistik und B2B-/B2C-Paket hat die Post 2010 sowohl in Österreich und Deutschland als auch in Südost- und Osteuropa fortgeführt. Im internationalen Geschäft konnte dabei nach Jahren starker Expansion im abgelaufenen Jahr der Turnaround erreicht werden. Wichtige Fortschritte wurden auch gemeinsam mit Partnern erzielt: Durch ein Joint Venture von meiller direct mit dem Geschäftsfeld Direct Mail der Swiss Post Solutions entstand unter dem Namen MEILLERGHP ein neuer, leistungsfähiger Anbieter auf dem europäischen Markt für adressierte Werbesendungen.

Projekte 2011
Das Hauptaugenmerk liegt hier nun auf weiterem Wachstum bei gleichzeitiger Steigerung der Profitabilität des internationalen Geschäfts im Bereich Paket & Logistik sowie auf der verstärkten Nutzung des internationalen Paket- und Frachtnetzwerks EURODIS. Parallel dazu ist eine Ausweitung des Leistungsprofils der Brief- und Paketaktivitäten in Südost-/Osteuropa geplant.

3. EFFIZIENZ

Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Kostenstruktur

Initiativen 2010
Auch im Jahr 2010 wurde in allen Bereichen konsequent eine Vielzahl von Effizienzsteigerungsmaßnahmen umgesetzt. Zusätzlich konnten im Berichtszeitraum spürbare Synergien durch die Intensivierung der Verbundzustellung von Briefen und Paketen erreicht werden. Auch im Filialnetz der Post wurde eine Reihe von Maßnahmen, so etwa der erfolgreiche Umbau der Filialnetzstruktur, zur weiteren Effizienzsteigerung umgesetzt. Darüber hinaus hat die Post im Retail-Bankgeschäft eine intensivierte Kooperation mit der BAWAG P.S.K. vereinbart, die Synergien und zusätzliche Potenziale in diesem für die Filialen wichtigen Segment erschließt. Im Personalbereich wurden – auch durch die Entwicklung eines neuen Leitbildes – die Grundlagen zur Etablierung einer leistungsorientierten Unternehmenskultur geschaffen. Durch gemäßigte Gehaltssteigerungen, einen neuen Kollektivvertrag und einen Rückgang des Mitarbeiterstandes konnten 2010 die Personalkosten reduziert werden. Weiters wurde der interne Arbeitsmarkt neu aufgesetzt: Das Karriere- und Entwicklungscenter (KEC) wurde aufgelöst. Mitarbeiter,

deren bisheriger Arbeitsplatz redundant wurde, werden nun in Zusammenarbeit mit dem AMS (Arbeitsmarktservice) für eine neue Tätigkeit innerhalb oder außerhalb des Unternehmens professionell qualifiziert und zielgerichtet vorbereitet. Des Weiteren konnten durch die zielgerichtete Umsetzung des Zentraleinkaufs erste Einsparungen erzielt werden.

Projekte 2011
Eine weitere deutliche Steigerung der Effizienz in der Brieflogistik sollen 2011 die Einführung neuer Zustellmodelle und eine Modernisierung der Sortiertechnik ermöglichen. Parallel dazu wird gemeinsam mit der BAWAG P.S.K. der Strukturwandel im Filialnetz weiter fortgeführt. Ziel ist die Gestaltung eines kundenorientierten Leistungsangebots mit variabilisierten Kostenstrukturen.

„Bei der Umsetzung ihrer Strategie ist die Österreichische Post 2010 ein großes Stück vorangekommen.“

4. KUNDEN

Kundenorientierung und Innovation

Initiativen 2010
Im Rahmen der Online-Initiative der Österreichischen Post konnte der Komfort bei klassischen Postdienstleistungen durch neue Services – darunter etwa Online-Nachsendeauftrag und Online-Urlaubsfach oder die Möglichkeit zum Online-Erwerb von Paketmarken – erhöht werden. Auch durch neue hybride Produkte und innovative Technologien wurde das Angebot für Kunden erweitert, z. B. durch die von den Kunden sehr gut angenommene e-Postkarte. Die im Jahr 2010 erfolgte vollständige Übernahme des Internet-Dienstleisters EBPP hat im Bereich der dualen Zustellung entscheidende Fortschritte gebracht. Sie ermöglicht der Post etwa – in Form des neuen Produkts meinbrief.at – die Übermittlung von Schriftstücken sowohl in physischer als auch in elektronischer Form. Doch nicht nur der Bereich der elektronischen Dienstleistungen und Services wurde 2010 konsequent weiterentwickelt: Um auch physisch bundesweit optimalen Zugang zum Netzwerk der Post zu gewährleisten, wurde das Filialnetz auf 1.850 Post-Geschäftsstellen, davon mehr als 1.100 Post Partner, ausgebaut.

Projekte 2011
Um Leistungsprofil und Kundenzufriedenheit im gesamten Leistungsspektrum weiter zu optimieren, hat die Österreichische Post eine Service- und Qualitätsoffensive mit Fokus auf Privatkunden gestartet, die sich durch das ganze Jahr 2011 ziehen wird. Beim klassischen Brief wird 2011 eine Vereinfachung des Produktportfolios mit formatbasierten Tarifen und der Unterscheidung zwischen Premium

und Economy-Produkten erfolgen. Parallel dazu ist eine Weiterentwicklung der Online-Services in den Bereichen e-Post, e-Brief und e-Shop geplant.

Steuerung anhand klarer Parameter
Die operative Steuerung des Konzerns und der Divisionen der Österreichischen Post erfolgt über Umsatz, EBIT und Cashflow. Für die Wertsteigerung des Unternehmens ist es dabei gleichermaßen wichtig, Dienstleistungen bei bestehenden und neuen Kunden zu forcieren und die Kostenstruktur so effizient wie möglich zu halten. In den letzten Jahren ist es gelungen, aus dem Cashflow sowohl die notwendigen Investitionen bzw. Akquisitionen zu finanzieren als auch Dividendensicherheit zu gewährleisten. Um einen angemessenen Return on Investment zu garantieren, legt die Post auch an ihre Investitionen in neue Anlagen und Infrastruktur bzw. Beteiligungen strenge Kriterien an.