VERANTWORTUNG MITARBEITER


WERTSCHÄTZUNG UND FÖRDERUNG

Als einer der größten Arbeitgeber des Landes ist sich die Österreichische Post ihrer Verantwortung gegenüber allen Beschäftigten bewusst. In einem zukunftsorientierten Dienstleistungsbetrieb muss der „Faktor Mitarbeiter“ einen hohen Stellenwert genießen. Mit zahlreichen Initiativen und Projekten bekennt sich die Post ganz klar dazu, ihre Mitarbeiter leistungsorientiert weiterzubilden, sie für die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt zu qualifizieren und ihre Gesundheit und Sicherheit zu fördern.

QUALIFIKATION UND WANDEL

Personalanpassungen verantwortungsvoll umgesetzt
Der Wettbewerb im Postmarkt nimmt stetig zu, hinzu kommt die vollkommene Öffnung des Briefmarkts mit

Beginn des Jahres 2011. Das zunehmend anspruchsvolle Branchenumfeld fordert deshalb laufende Effizienzsteigerungen und Anpassungen in der Personalstruktur des Unternehmens.

Die Ziele des Post-Arbeitsmarktes

  • Forderung und Förderung der internen Mobilität
  • Förderung der Veränderungsbereitschaft sowie Aus und Weiterbildungsmaßnahmen ermöglichen
  • Förderung eines wertschätzenden Miteinanders von Arbeitgeber- und Mitarbeiterseite

  • Im Jahr 2010 wurden die Aufgaben des Post-Arbeitsmarktes umfassend festgelegt und in folgende vier Handlungsfelder unterteilt:

    1. BEFÄHIGUNG UND MOTIVATION

  • Potenzialerhebung, Ausbildung und Training
  • Ausbildungsprogramm zur individuellen Förderung
  • Re-Integration im Falle eines positiven Beschäftigungserfolges nach längstens sechs Monaten
  • Interne Laufbahnberatung
  • Förderung der Veränderungswilligkeit von MitarbeiterInnen
  • 2. OPTIMIERUNG INTERNER PERSONALEINSATZ

  • Optimierung der Personaldisposition innerhalb der/über die Division hinaus
  • Frühzeitige Information über bevorstehende Neu-Organisationen/Schließungen, um Vermittlung frühestmöglich zu starten
  • Überstundenabbau und Reduktion von Leasingkräften
  • Beschäftigungsmöglichkeiten entwickeln (z. B. Markenhefte)
  • 3. NEUE PERSPEKTIVEN

  • „Postler in den Bundesdienst“ (Polizei, Justiz, BMF)
  • Proaktive Förderung des Ressortwechsels auch in andere, post-externe Bereiche
  • Modelle zum Transfer zu Gemeinden und Ländern
  • Arbeitsstiftung
  • Ausbau externer Arbeitskräfteüberlassung (Spezialbereich karitative Organisationen)
  • 4. SOZIALE ABFEDERUNG

  • Abschluss eines neuen Sozialplanes
  • Zielgruppenspezifische Abfertigungsmodelle
  • Förderung von Arbeitsstiftungsmodellen
  • Übergangsmodell
  • Sozialplan-Modell neu aufgesetzt
    Im Februar 2009 wurde zwischen Unternehmen und Personalvertretung ein Sozialplan bis Ende 2010 vereinbart, der eine umfassende Unterstützung der von Reorganisationsmaßnahmen betroffenen Beschäftigten vorsah. Kurz vor Ablauf dieses Modells wurde im Dezember 2010 ein neuer Sozialplan erstellt. Er trat mit 1. Jänner 2011 in Kraft, ist bis 31. Dezember 2012 gültig und bietet Beamten und Angestellten, die von Restrukturierungsmaßnahmen und Arbeitsplatzverlust betroffen sind, umfassende Möglichkeiten zur Unterstützung einer beruflichen Neuausrichtung.

    Neue Arbeitsstiftung zur beruflichen Neuorientierung
    Als weitere Maßnahme zur Abfederung des Restrukturierungsprogramms wurde im Sommer 2010 auf Basis der Sozialplan-Betriebsvereinbarung zwischen der Österreichischen Post und dem Wiener ArbeitnehmerInnen

    Förderungsfonds (WAFF) ein Kooperationsvertrag abgeschlossen. Seit September 2010 besteht nun für Mitarbeiter, die aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen ihren Arbeitsplatz verloren haben und deren Dienstverhältnis zur Post einvernehmlich aufgelöst wurde bzw. die als Beamte ihren Austritt erklärt haben, die Möglichkeit, an der Arbeitsstiftung teilzunehmen. Die Stiftung bietet interessierten Mitarbeitern eine ideale Chance zur beruflichen Neuorientierung. Individuell werden dafür Ausbildungsmaßnahmen festgelegt und finanziell unterstützt.

    Postmitarbeiter zu Bundesministerien
    Für Beamte der Österreichischen Post wurde weiters die Möglichkeit geschaffen, in das Bundesministerium für Inneres, in das Bundesministerium für Justiz oder in das Bundesministerium für Finanzen zu wechseln. Die Ministerien bieten Mitarbeitern der Österreichischen Post interessante neue berufliche Perspektiven. Zahlreiche Bewerbungen

    und Besuche bei Informationsveranstaltungen zeigen, dass hier ein richtiger Weg eingeschlagen wurde. Mittlerweile haben bereits 200 Mitarbeiter bewiesen, dass ihre in der Österreichischen Post erworbenen Kompetenzen in Bundesministerien sehr gefragt sind.

    Kooperation mit dem AMS
    Im Rahmen des Post-Arbeitsmarktes wurde im Dezember 2010 auch eine Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice gestartet, die nach Ablauf eines Jahres evaluiert und gegebenenfalls verlängert wird. Aufgrund der Initiative können rund 200 Teilnehmer des internen Arbeitsmarktes der Österreichischen Post die Beratungs- und Ausbildungsexpertise des AMS nutzen und sich so optimal auf neue berufliche Aufgaben vorbereiten.

    GESUNDHEIT UND SICHERHEIT
    Die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter ist der Österreichischen Post ein besonderes Anliegen. Trainings über sicheres und gesundes Verhalten am Arbeitsplatz, Bewegungsprävention, Tabak- und Alkoholprävention, die Gestaltung einer gesundheitsfördernden und ergonomischen Arbeitsumgebung sowie die Schaffung behinderten- und altersgerechter Arbeitsplätze zählen zu den Schwerpunkten des unternehmensinternen Präventionsprogramms.

    Neben dem bundesweiten Angebot zur kostenlosen Grippeimpfung für Mitarbeiter offerierte die Österreichische Post auch 2010 wieder die Möglichkeit für vergünstigte FSME-, Tetanus-, Diphterie-, Polio- und Hepatitisimpfungen. Im Jahr 2010 wurden bundesweit etwa 3.700 Impfungen verabreicht.

    Das im Jahr 2007 im Bereich Distribution Brief gestartete Gesundheits-Programm „Die Post bewegt“ – an dem bisher mehr als 13.200 Mitarbeiter und Führungskräfte teilgenommen haben – wurde 2010 aufgrund des großen Erfolges auf die Unternehmensbereiche Verteilzentren, Paket-Logistik und Güterbeförderung ausgeweitet. Schwerpunkt des Programms werden Informationsveranstaltungen über die richtige Haltung und Bewegung am Arbeitsplatz für alle Mitarbeiter dieser Bereiche sein.

    Für Nachtschichtarbeiter und Mitarbeiter mit Bildschirmtätigkeit bestanden Angebote zu arbeitsmedizinischen Untersuchungen, die in 360 Fällen angenommen wurden.

    Etwa 3.000 Begehungen von Arbeitsstätten einschließlich der Ermittlung und Beurteilung von Gefahren und der Festlegung allenfalls notwendiger Maßnahmen zur Gefahrenverhütung trugen im Berichtsjahr wesentlich zur Gewährleistung gesundheitsförderlicher und ergonomischer Arbeitsumgebungen für die Mitarbeiter bei.


    Umfangreiche Vorsorgeuntersuchungsmöglichkeiten wurden den Mitarbeitern 2010 im Rahmen von vier Gesundheitstagen angeboten, bei denen unter anderem Blutzucker-, Cholesterin- und Blutdruckwerte gemessen sowie eingehende medizinische Beratungen geboten wurden.

    UNTERNEHMENS- UND FÜHRUNGSKULTUR

    Leistungskultur fordern und fördern Im Rahmen des Strategieprojekts Post@2011 hat das Projektteam „Leistungskultur“ erste Leitlinien für ein Unternehmensleitbild erstellt. Im Frühjahr/Sommer 2010 wurde mit Mitarbeitern und Führungskräften aus den unterschiedlichsten Bereichen und Ebenen intensiv an der Ausarbeitung des Leitbildes gearbeitet, das im Herbst erstmals präsentiert werden konnte.

    Zahlreiche Maßnahmen wurden ins Leben gerufen, um die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur auf Basis folgender Kernwerte voranzutreiben und die Identifikation mit dem Unternehmen zu forcieren:

  • Wir stellen den Kunden in den Mittelpunkt
  • Wir handeln zukunftsorientiert
  • Wir alle sind die Post

  • Die Ziele des Unternehmensleitbildes:

  • Kultureller Wandel – im Umgang miteinander, mit Kunden und Partnern der Post
  • Stärkung der Identität und der Identifikation – Stolz auf das eigene Unternehmen und dessen gesellschaftlichen Beitrag
  • Steigerung der Attraktivität des Unternehmens – für Mitarbeiter, Kunden und andere Stakeholder

  • Aus- und Weiterbildung

    Die zielgruppen- und kompetenzorientierte Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter bildet einen wichtigen Schwerpunkt im Human-Resources-Management der Österreichischen Post und wurde auch 2010 intensiv fortgesetzt. Die Maßnahmen beinhalteten Fachschulungen, Weiterbildungskurse, Coachings und Trainings in allen Fachbereichen des Unternehmens. Zudem legt die Post großen Wert auf die Ausbildung von Führungspersonal im Rahmen spezieller Führungskräfte-Trainings.

    Um die stetige Verbesserung des Beratungsangebotes in den Filialen sowie im Rahmen des Post Partner-Netzes sicherzustellen, wurden in der Division Filialnetz intensiv Schulungen und Fortbildungsprogramme durchgeführt, darunter Filialleiterausbildungen, Finanzberaterausbildungen, Telekom-Sales-Colleges und Post Partner-Schulungen. In der Division Brief wurden Teambuilding-Workshops, Verkaufstrainings und Seminare für Key Account Manager durchgeführt. In der Division Paket & Logistik wurden unter anderem Maßnahmen im Rahmen der

    Führungskräfteentwicklung und im Kundenmanagement gesetzt und Sprachtrainings durchgeführt.

    Wertschätzung und offene Kommunikation
    Wie in den letzten Jahren wurden die bewährten Post und Managementgespräche weitergeführt. Diese von Führungskräften geleiteten Gespräche geben den Mitarbeitern die Möglichkeit, mit dem Top- und mittleren Management in persönlichen Dialog zu treten und direktes Feedback auf konkrete Fragestellungen zu erhalten. 2010 wurden zudem die erfolgreichen „Senior Management Conventions“ – regelmäßige länderübergreifende Führungskräfteveranstaltungen – erfolgreich fortgeführt.

    Chancengleichheit
    Die Österreichische Post legt großen Wert auf Chancengleichheit am Arbeitsplatz in allen Unternehmensbereichen und tritt jeder Form von Diskriminierung, Mobbing und sexueller Belästigung entschieden entgegen. Zudem bestehen bei der Österreichischen Post keine Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen bei gleicher Tätigkeit und gleicher Ausbildung.

    In Führungspositionen will die Post den Frauenanteil kontinuierlich anheben, um gleichberechtigte Beteiligung an Verantwortung und Entscheidungsfindung zu erreichen. Mit Frau Dr. Edith Hlawati ist etwa auch die wichtige Funktion der stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates mit einer Frau besetzt. Der Frauenanteil im Führungskreis der Österreichischen Post betrug im Geschäftsjahr 2010 rund 25%.

    Motivation durch Erfolgsbeteiligung
    Als eines von vielen Mitteln zur Motivation ihrer Mitarbeiter bietet die Österreichische Post seit Jahren regelmäßig eine freiwillige Erfolgsprämie. Im Rahmen dieses unter den großen österreichischen Unternehmen einzigartigen Programms wurden für 2010 bereits zum zehnten Mal in Folge 10% des erwirtschafteten EBIT der Österreichischen Post AG (bis zu einer festgelegten maximalen Deckelung) an die Mitarbeiter ausgeschüttet.

    Sozialleistungen, „post.sozial“
    Der Verein „post.sozial“ spiegelt die soziale Verantwortung der Österreichischen Post gegenüber ihren Mitarbeitern durch zusätzliche – über gesetzliche Vorgaben hinausgehende – Sozialleistungen wider. Die Leistungspalette reicht von finanziellen Unterstützungen bei außergewöhnlichen Belastungen wie Krankheit oder Naturkatastrophen über vergünstigte Angebote im kulturellen Bereich bis hin zur kostengünstigen Kinderbetreuung während der Ferienzeit. Weiters wird auch Unterstützung für Gesundheitsmaßnahmen und zur Krankheitsprävention beitragenden Freizeitaktivitäten angeboten.